Zeehond hoofd Foto Stefan Hage

Die Robbe ein guter Schwimmer und Fischer

Eines der bekanntesten Raub- und Säugetiere des Wattenmeeres ist die Robbe. Robben sind super gute Schwimmer, gegen die man jeden Schwimmwettkampf verlieren würde, denn sie flitzen mit etwa 35 km/h durchs Wasser. An Land erreichen sie jedoch nur etwa 2 km/h. Bei einem Triathlon muss man also einfach besser Fahrrad fahren, um zu gewinnen. Wussten Sie, dass auf und um Texel zwei verschiedene Robbenarten leben? Der Seehund und die Kegelrobbe, sie gehören beide zur Familie der Hundsrobben (ohne sichtbare Ohrmuschel). Möchten Sie mehr über die schwimmenden Bewohner erfahren? Dann lesen Sie weiter!

Der Seehund

Der Seehund (Phoca vitulina vitulina) kommt vor allem in Europa, von Portugal bis Norwegen, vor und auch hier auf Texel. Erkennen kann man ihn an seinem rundlichen Kopf und dem grau-silbrigen Fell mit dunklen Flecken. Seehunde haben keine spezifische Fischart, die sie fressen, bevorzugt werden jedoch Plattfische, Grundeln, Sandaale und kleinere Fische unter 20 cm Länge. Die Jungtiere fressen auch gerne Garnelen.

Die Geburt der Jungtiere findet im Frühsommer (Mai/Juni) bei Niedrigwasser auf Sandbänken statt. Hier wiegen die kleinen Seehunde gerade einmal 7-10 kg und haben kurzes wasserabweisendes Fell. Direkt bei der nächsten Flut folgen sie ihrer Mutter ins Wasser. Nach nur vier Wochen müssen die Kleinen selbstständig werden, hier wiegen sie schon 25 kg. Wie das geht? Mit Seehundmilch, die enthält 45 % Fett. Dadurch entsteht ein ordentliches Fettpolster, welches gerade so ausreicht für die Zeit, in der sie sich selbst das Fischen beibringen müssen.

Die Kegelrobbe

Die Kegelrobbe (Halichoerus grypus) war beinah ausgerottet und stehen auf der roten Liste (Liste mit bedrohten oder schon ausgestorbenen Tierarten, welche besonders geschützt werden müssen). Mittlerweile gibt es aber zum Glück wieder einige von ihnen rund um den Nord- und Westatlantik sowie der Nord- und Ostsee. Erkennen kann man sie an ihrem länglichen Kopf und den kegelförmigen Zähnen (namensgebend). Sie fressen vor allem Fisch, aber auch Schalentiere, Muscheln oder ab und zu einen Vogel.

Die Jungtiere kommen zwischen Ende November und Ende Januar zur Welt, mit einem flauschigen weißen Fell (Lanugo), welches sie vor dem Wind, aber nicht vor der Kälte des Wassers schützt. Daher verbringen sie die erste Zeit auf hochwassersicheren Sandbänken, am Strand oder in den Dünen, dort warten sie bis ihre Mutter zurückkommt um sie zu säugen. Die Muttermilch ist sehr fettreich (53 %) so entwickelt das Kegelrobbenbaby schnell eine dicke Fettschicht, von der es sich beim Fellwechsel ernährt. Nach 2-3 Wochen können die Heuler den Fellwechsel durchführen, welcher etwa 3-6 Wochen dauert. Sie sind nun selbstständig und schwimmen in die Nordsee hinaus.

Wussten Sie...
Wussten Sie...

Möchten Sie noch mehr über Robben erfahren? Dann besuchen Sie Ecomare, die Seehundauffangstation hier auf Texel, oder nehmen Sie an einer der verschiedenen Seehundtouren teil.

Seien Sie vorsichtig mit Ihrem Hund!

Bevor Sie Ihren geliebten Vierbeiner am Strand frei laufen lassen, sollten Sie unbedingt auf die Robben achten. Wenn Hunde eine Robbe entdecken, besteht die Gefahr, dass sie die Robbe beißen. Es ist auch wichtig, dass Sie einen Abstand von mindestens 30 Metern einhalten. Dadurch kann die Ausbreitung von Krankheiten verhindert werden.

Junge Robben in Not

Sehen Sie eine Robbe am Strand? Dann halten Sie Abstand. Sehen Sie schon von weitem, dass es der Robbe schlecht geht oder machen Sie sich Sorgen um das Wohlergehen des Jungtiers? Dann ist es ratsam, Ecomare anzurufen Telefon: 0222-317741.

Hauptfoto: Stefan Hage

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