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Das Geheimnis der „halben Scheunen“

Clever gebaut 

Im Frühjahr ist Lämmerzeit auf Texel. Bei einem Spaziergang entlang der Weiden rund um Den Burg kann man neben den putzigen Schafkindern zwei weitere Dinge entdecken, die typisch sind für diese Insel: aus Grassoden errichtete Wälle zwischen den Weiden und viele „halbe“ Scheunen. 

Gras statt Holz

Bei den Grassodenwällen handelt es sich um eine Form der Grundstücksabtrennung, die auf Texel bis ins 14. Jahrhundert reicht. Da es damals keinen Wald und somit kein Holz auf der Insel gab, behalf man sich mit Grassoden, die Schicht um Schicht aufgestapelt wurden. Neben ihrer Funktion als natürlicher Zaun bieten die „tuunwallen“ den Lämmern zudem Schutz vor dem Wind, der um diese Jahreszeit noch manchmal kalt über die Wiesen pfeift. Die Texeler Schafe kommen nämlich nur zum Lammen in den Stall und stehen sonst das ganze Jahr auf der Weide. 

Historisches Futterlager

Die halben Scheunen prägen ebenfalls schon seit Jahrhunderten das Landschaftsbild der Insel. Obwohl sie „schapenboeten“ (dt. Schafscheunen) genannt werden, dienten sie immer nur der Lagerung von Heu und Futter, jedoch niemals als Stall für die Vierbeiner selbst. Häufig befand sich das Weideland der Bauern, auf dem sie ihre Schafe grasen ließen, nämlich weit entfernt von deren Höfen, so dass man ein Futterlager vor Ort benötigte. Dies hat sich übrigens erst seit der großen Flurbereinigung im 20. Jahrhundert geändert, wodurch viele Scheunen in Verfall gerieten.  

Museum rund ums Schaf

Um die „schapenboeten“ als Teil des Texeler Kulturgutes zu bewahren, hat sich die Gemeinde für den Erhalt der Scheunen eingesetzt. So wurden vielerorts Gebäude restauriert, andere zogen um, um an einem anderen Ort eine neue Aufgabe zu erfüllen. Wie zum Beispiel die Schafscheune auf dem Gelände des Käsebauernhofs Wezenspyk, die das Schafmuseum der Insel beherbergt. Hier erfahren Besucher alles über die berühmte Schafrasse Texelaar, die Geschichte der Schafzucht sowie das Leben der Bauern auf Texel. Und im Anschluss kann man den echten Texeler Schafkäse auch verkosten. 

Von West nach Ost

Aktuell gibt es auf Texel noch rund 70 dieser charakteristischen Gebäude. Gut zu wissen: Die asymmetrische Form der Schafscheunen ist nicht zufällig entstanden. Da der Wind auf der Insel überwiegend aus dem Westen weht, befindet sich hier das abgeschrägte Dach, auf der windabgewandten Seite im Osten findet man die Tür zur Scheune. Bei Windstille lässt sich anhand der Ausrichtung der Scheunen also recht einfach die Himmelsrichtung bestimmen. 

Weiterführende Informationen zum Artikel:

Käsebauernhof Wezenspyk

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