Die Schafslandschaft würde verschwinden, wenn keine Lämmer verkauft würden

Tuunwallen

Auf Texel sind Weiden oft nicht mit Zäunen oder Maschendraht eingezäunt, sondern mit Tuunwallen: niedrigen Wällen aus Grasnarben, die seit Jahrhunderten zum Bild der Insel gehören. Sie halten Schafe auf ihrer eigenen Weide und bieten gleichzeitig Schutz vor Wind und Regen.

Was ist ein Tuunwal?

Ein Tuunwal (auf Texeler Dialekt auch „Tuunwoal” genannt) ist eine Grundstücksabgrenzung aus Grasnarbe. Auf Texel findet man sie an vielen Stellen in der Landschaft. Ab dem Ende des 16. Jahrhunderts, vor allem aber im 17. Jahrhundert, tauchten die ersten Tuunwallen auf Texel auf: Die Insel wurde damals in kleinere Parzellen aufgeteilt, und so entstanden die charakteristischen „Kästchen” in der Landschaft. Das Graben von Gräben in dem hügeligen Gelände machte wenig Sinn, und Holz für Zäune war auf der Insel rar. Ein Tuunwal besteht aus Schichten von gesteckten Rasenstücken, wodurch man oft eine raue Struktur mit kleinen Rissen und Unebenheiten sieht. Meistens ist ein Tuunwal etwa einen halben bis einen Meter hoch, mit einem breiteren Fuß und einer schmaleren Oberseite. Im Sommer können sie voller wunderschöner Kräuter und Blumen sein.

Wo sieht man Tuunwallen auf Texel?

Vor allem im Oude Land van Texel – von Den Hoorn bis Oosterend – trifft man auf sie. Die meisten Tuunwallen sieht man im Landschaftsschutzgebiet De Hoge Berg. Zusammen mit Schafställen, alten Bauernhöfen, Kolken und Schafen prägen sie das Gebiet. Wenn Sie einen schönen Spaziergang zwischen den Tuunwallen machen möchten, laden Sie sich unsere kostenlose Wanderroute „Durch das Tuunwallen-Labyrinth” herunter. Diese etwa 15,5 Kilometer lange Route führt von Den Burg nach Oudeschild und wieder zurück.

Leben auf und in der Tuunwal

Auf und in einer Tuunwal gibt es manchmal überraschend viel Leben, vor allem in den Löchern und Spalten zwischen den Grasnarben. Dort finden Ameisen, Spinnen, Solitärbienen und Schlupfwespen einen Platz zum Schutz oder zum Nisten, und auch Mäuse nutzen diese geschützten Räume. Auf einem neuen Tuunwal wachsen zunächst vor allem die Pflanzen, die bereits in den Grasnarben enthalten waren. Durch Regen werden Nährstoffe langsam aus der obersten Schicht ausgewaschen. Dadurch verschwinden Pflanzen, die viel Nahrung benötigen. Dann kommen Arten zurück, die auf kargen und trockenen Böden gut gedeihen, wie Sand-Blauflügel und Kleines Beutelkraut. Auf älteren Wällen kann man auch Glockenblumen, Gelbes Labkraut und Acker-Hornkraut sehen, und an feuchteren Stellen Hirschhorn-Weidenröschen und Englisches Gras.

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