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Der Aufstand der Georgier

Fünf Jahre lang war Texel vom Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont geblieben. Allerdings war die deutsche Besatzung schon sehr stark präsent: Überall wurden Bunker gebaut und hunderte Texeler Männer wurden nach Assen deportiert. Aber ansonsten verlief das Leben auf der Insel relativ ruhig. Bis sich im April 1945 die georgischen Soldaten, die auf Seiten der Deutschen kämpften, erhoben.

Georgisches Infanteriebataillon

Als sich die Niederlage Deutschlands abzeichnete, zwangsrekrutierte die Wehrmacht notgedrungen Truppen aus Kriegsgefangenen von der Ostfront. Hierzu gehörte auch das 822. Georgische Infanteriebataillon, das am 6. Februar 1945 nach Texel kam. Es umfasste 800 Georgier und 400 Deutsche.

Sowjetunion

Um den erbärmlichen Umständen ihrer Kriegsgefangenschaft zu entgehen, entschieden sich viele Georgier in ihrer Notlage für den Dienst in der deutschen Wehrmacht. Andere meldeten sich sogar freiwillig, in der Hoffnung, auf diese Weise den Kommunismus in ihrem Heimatland vertreiben zu können. Als sich die Niederlage der Deutschen abzeichnete, fürchteten die Georgier um ihr Leben. Für die Sowjets galten alle Soldaten in feindlichen Armeen - egal ob Notlage oder nicht - als Landesverräter.

Aufstand

Am 6. April sollten die Georgier abziehen, um im Osten der Niederlande gegen die Alliierten zu kämpfen. Für die Georgier gab es nur eine Möglichkeit, sich von der Schmach des Dienstes in der deutschen Wehrmacht zu rehabilitieren: einen Aufstand. Dieser begann am 6. April um 1 Uhr nachts, unter der Leitung des georgischen Kommandanten Schalwa Loladze. In den frühen Morgenstunden waren bereits 450 Deutsche ermordet worden - zumeist im Schlaf. Anfänglich lief der Aufstand wie geschmiert.

Unten Beschuss

Aber die Nord- und Südbatterie bekamen die Georgier nicht unter Kontrolle. Schon bald schickten die Deutschen Verstärkung, um den Georgieraufstand niederzuschlagen. Fünf Wochen blutigen Kampfes sollten vergehen, bis am Ende die Deutschen die Oberhand über die Georgier gewannen.

Viele Opfer

Bei den Kämpfen kamen 565 Georgier, 120 Texeler und ungefähr 800 Deutsche ums Leben. Die Schäden auf der Insel waren enorm. Obwohl Deutschland bereits am 5. Mai bedingungslos kapituliert hatte, dauerte der Krieg auf Texel noch bis zum 20. Mai. Der Georgieraufstand ist daher auch als ""Europas letztes Schlachtfeld"" in die Geschichte eingegangen.

Georgischer Friedhof

Auf dem georgischen Friedhof Loladze auf dem Hoge Berg ist ein Großteil der gefallenen und erschossenen Georgier begraben. Die 228 überlebenden Georgier sind in ihre Heimat zurückgekehrt.

Möchten Sie mehr über diese Episode der Texeler Geschichte erfahren? Das Luftfahrt- und Weltkriegsmuseum Texel hat eine ausführliche Ausstellung zu diesem Thema eingerichtet.

 

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